DIE VIERTE WAND

Betrachtungen zur Theaterausstellung von Mai 1927 bis Oktober 1927 in Magdeburg

im August1926 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift

im Vorwort schreiben die Herausgeber unter dem Titel

„Vorhang auf!“:


„Die vierte Wand“ hat die Absicht, in charakteristischen Beiträgen den ganzen Umkreis des Theaters zu durchschreiten, sie wird damit eine Vorbereitung für die Ausstellung selbst sein, die wie das bewegte Bild oder unbewegte Bühnenbild einer Aufführung noch hinter der vierten Wand. d.h. hinter dem Vorhang der Verlebendigung harrt. Vorhang auf! Ist Losung und Ziel. Die bloße Zurschaustellung einer Überlieferung, dass dieses oder jenes im Werden und Wesen der deutschen Bühne einmal war und ist, dass hier und dort große Meister wirkten und wirken, wäre wertlos, wenn es nicht gelingt, solcher Tradition für unser eigenes Sein einen Sinn zu geben. Theatergeschichte soll lebendig werden, Kunst und Kultur der Bühne, ihre technischen Notwendigkeiten, ihre Bindung an bestimmte Industriezweige werden gezeigt; die vier Ur- und Grundbestandteile des Theaters: Architektur, Literatur, Schauspielkunst und Technik in ihrer sinngemäßen und sinnfälligen Verschmelzung und in ihrer zeitlichen Abwandlung müssen offenbar werden....dazu dient wie ein Schrittmacher die Zeitschrift, das ist der Zweck der Ausstellung.

Angeregt durch die für 1925 geplante Jahrestagung des Verbandes der deutschen Volksbühnenvereine erörterte der Präsident des Aufsichtsrates der Mitteldeutschen Ausstellungsgesellschaft Magdeburg Carl Miller auf der Suche nach neuen Themen für Ausstellungen, im Aufsichtsrat, eine Ausstellung zum Thema Theater.

Parallel und unabhängig voneinander überlegten der Intendant des Stadttheaters Magdeburg Herr Heinrich Vogeler und sein Oberspielleiter Dr. Adolf Winds wie sie die Magdeburger mehr für das Theater interessieren könnten. Adolf Winds kam auf den Gedanken zu einer Theaterausstellung zu Werbezwecken für das Stadttheater. Er plante alle Bereiche und Gewerke des Theaters auszustellen.

Je mehr er darüber nachdachte umso umfangreicher wurde sein Plan für eine Theaterausstellung.

Zu Hilfe kamen ihm die Berichte über die erste große Ausstellung für Musik-und Theaterwesen Wien 1892

 In dem 84.000 m² großem Ausstellungspark waren neben der Rotunde als Ausstellungshalle auch ein Nachbau des alten Wien, ein chinesisches Schattentheater, ein Zwergentheater und ein Ausstellungstheater von Fellner/ Helmer sowie ein Musikpavillon, Restaurants, Cafés und Bierhallen.

Weitere Anregungen erhielt Winds durch die Deutsche Theaterausstellung Berlin von 1910 ausgerichtet von der Gesellschaft für Theatergeschichte, ein bis heute existierender Verein. ( www.theatergeschichte.org )

Die Wiener Theaterausstellung berücksichtige überwiegend das literarische und den theatralischen Moment. Die Berliner Veranstalter beschränkten sich auf das Zeigen von Dokumenten, Porträts, Requisiten und Kostüme.

   

Winds wollte aber eine Ausstellung, die neben den darstellenden Abteilungen, Bühnenbilder, Kostüme, Masken, Dekorationen, Theatertechnik, Architektur und alle Institutionen und Verbände vereint.

Mit dieser Idee ging er zur ersten Besprechung in das Rathaus.

Zusammen mit der Ausstellungs GmbH war für 1926 eine Ausstellung

„50 Jahre Magdeburger Stadttheatergebäude“ geplant.

Professor Adolf Linnebach wurde während der Tagung Technischen Bühnenvorstände in Dresden um Mithilfe gebeten.

Im August 1925 wurde von der Stadt Magdeburg die „Deutsche Theater-Ausstellung 1926“ beschlossen und terminiert.

Um der Ausstellung einen würdigen Rahmen zu geben wurde beschlossen, dass Ausstellungsgelände am Rotehorn einer grundlegenden Neugestaltung zu unterziehen.

Mit dieser Aufgabe wurde am 19.10.1925 Wilhelm Deffke, Leiter der Magdeburger Kunstgewebeschule beauftragt.

Die Leitung übernahm Herr Dr. Winds, die wissenschaftliche Arbeit und das Beschaffen der Exponate über nahm der Leiter des Theatermuseum München Herr Dr. Fritz Rapp, für den bühnentechnischen Bereich wurde Prof. Adolf Linnebach gewonnen.

Von der Mitteldeutschen Ausstellungsgesellschaft waren Wilhelm Koch und von der Stadt Dr. Fresdorf beteiligt

Bei den nun in großem Umfang  einsetzenden Vorarbeiten wurde immer wieder gefragt warum gerade in Magdeburg?

Die Gegenfrage:

warum nicht in Magdeburg,  wenn es sonst keiner tut.

Man sah sich veranlasst zur Werbung und zur allgemeinen Information eine Zeitschrift unter dem Titel „Maske“ unter der Leitung von Max Martensteg, einem  Theaterwissenschaftler, herauszugeben. Mit  dem Titelblattentwurf von Wilhelm Deffke wurde die Zeitschrift und das Plakat zum ersten Mal anlässlich eines Festes der Genossenschaft deutscher Bühnenangehörigen in Magdeburg vorgestellt.

Diese Zeitschrift erschien nur einmal.

Die Pläne für die Ausstellung hatte inzwischen einen so großen Umfang angenommen, dass befürchtete wurde, dass die Ausstellung für das Jahr 1926 nicht mehr zu schaffen sein.

Im März 1926 empfahl die  Ausstellungsleitung die Verschiebung der Ausstellung auf das Jahr 1927.

Im April 1926 wurde endgültig die Verschiebung der Ausstellung beschlossen. Man organisierte sich neu,

Als Architekt wurde Prof. Albinmüller gewonnen, mit der Ausgestaltung der Innenräume wurde Wilhelm Deffke beauftragt.

Parallel zu den Aktivitäten der Theaterausstellung wurde der Bau der Stadthalle vorangetrieben und in das Projekt eingebunden. Architekt der Stadthalle war Johannes Göderitz.

Unter dem Namen „Die vierte Wand“ erschien unter Leitung von Alfred Merbach ab Oktober 1926 die Zeitschrift als Begleiterin der Arbeiten für die Ausstellung. Ihre letzte Ausgabe erschien im Oktober 1927 zur Schließung der Ausstellung.

Das Plakat zur Ausstellung entwarf Karl Schlupig.

Es erschien in kleinem Format in einer Auflage von 250.000 und die große Fassung in einer Auflage von 75.000 Stück.

Als Siegelmarke gelangte es weiter in 8 Millionen Exemplaren zur Versendung, ein kleiner Taschenkalender kam in einer Auflage von 1,25 Millionen zur Verteilung. Eine Auflage von 1 Millionen Plakate im Dünndruck wurde im In- und Ausland verteilt.

Eine Lotterie wurde ins Leben gerufen. 240.000 Lose zu 1 RM. Der Reingewinn betrug allerdings nur 33.000 RM.

Der Etat für die Ausstellung wurde mit 700.000 RM festgesetzt.

Garantiefond der Stadt 250.000 RM

Kreditaufnahme der Ausstellungsgesellschaft 450.000 RM

Nicht in der Kostenplanung war die Stadthalle mit 3,2 Mill. RM und der Erwerb des Ausstellungsgeländes mit 1 Mill. RM.

Der Etat könnte nicht eingehalten werden. Das Defizit betrug nach Abwicklung aller Geschäfte  im Dezember 1927 610.000 RM.

Immer mehr Vertreter des Theaters beteiligten sich an dem Projekt Theaterausstellung Magdeburg 1927. In einer knappen Erklärung fassten die Ausstellungsmacher

 den Sinn, das Wesen, den Zweck und das Ziel zusammen:

„Die Ausstellung durchschreitet in der historischen Abteilung Theater- und Kulturgeschichte von den Anfängen der deutschen Bühne ab.

Das Bühnenbild wird in der Künstlerischen Abteilung als Querschnitt durch modernes Kunstschaffen zur Anschauung gebracht.

Kulturelle und wirtschaftliche, soziale und organisatorische  Struktur der Bühne zeigt die Kultur-Abteilung.

Die Industrie Abteilung fasst moderne Technik, die mit dem Theater verknüpft ist, zusammen.

Die Wechselbeziehungen zwischen Film, Rundfunk, Lautforschung und Theater zeigen Sonderausstellungen.

Brandverhütung und Brandbekämpfung in Theatern veranschaulicht die Brandschutzabteilung.

Eine Kunstausstellung vereint Werke, die ihre Stoffe dem Wesen des Theaters vor und hinter den Kulissen entnehmen und große Darsteller von großen Künstlern gemalt oder gemeißelt zeigen.

Auf einer technischen Vorführbühne werden ständig alle technischen Möglichkeiten und Notwendigkeiten des modernen Theaters durch Orginalapperate gezeigt.

Täglich finden große Sonderveranstaltungen statt, z. B. Balletts in- und ausländischer Tänzer auf der schwimmenden Bühne, in der neuen Stadthalle, im Vortragshaus und der Versuchsbühne.

Ein Vergnügungspark mit vielen Attraktionen sorgt für Zerstreuung der Besucher.“

                                           

 Oktober 1926 wurde der

 „Verein zur Förderung der Deutschen Theater-Ausstellung Magdeburg 1927“

gegründet. Die Liste der Mitglieder liest sich wie das Who ist Who des deutschsprachigen Theaters.

Es begann jetzt eine umfangreiche Reisetätigkeit zu Standorten der verschiedenen Sammlungen um vor Ort für die Ausstellung und das Sammeln von Exponaten zu werben und durch persönliche Gespräche Fragen zu beantworten und Vorbehalte zu entkräften.

Um die Zusammenhänge zwischen Theater, Film und Rundfunk wenigstens in der Ausstellung anzudeuten wurde beim Mitteldeutschen Rundfunk in Leipzig ein Ausschuss einberufen, der Auswirkungen theatralischen Kunst auf die anderen Medien ausstellungsgemäß gestalten soll.

Um die Beteiligung der deutschen Industrie und des Gewerbes an der Ausstellung so wirksam wie möglich zu gestalten, wurden in Deutschland zwölf Vertretungen geschaffen, die in ihren Bezirken die Werbung bei zahlreichen Sparten der Industrie erfolgreich durchführten.

Im Oktober 1926 wurde das Bauprogramm der Ausstellung erweitert. Es wurde beschlossen, ihr ein Wahrzeichen zu geben, einen Turm 60 m hoch, an dessen Füßen ein Verwaltungsgebäude errichtet wurde.  Zwischen Stadthalle,  Adolf-Mittag-See und den Ausstellungshallen wurde eine Versuchsbühne gebaut, die dazu dienen sollte, dem Besucher der Ausstellung das Geheimnis der Bühne zu erläutern und ihm die Theatereffekte und die Beleuchtungstechnik zu erklären.

Als Ergänzung wurde ein Malersaal errichtet, in dem die Theatermaler ihrer täglichen Arbeit nachgingen.

In einer Ausstellungshalle, in der eine Schneiderei eingerichtet war wurden Kostüme für die Stadttheater Produktionen hergestellt.

Die Organisatoren der Ausstellung warben auf der Leipziger Messe und luden die deutschsprachige Presse nach Magdeburg ein.

Die größte Veranstaltung fand auf Einladung des Vorsitzenden des preußischen Staatsrats Herrn Dr. Konrad Adenauer im preußischen Herrenhaus in Berlin, dem heutigen Sitz des Bundesrates, statt. Anlässlich dieser Veranstaltung sprach auch der preußische Kultusminster Prof. D. Dr. Becker:

„Es soll kein lokales Ereignis, sondern eine deutsche Tat werden, zu deren Vollbringung sich alle am Theater interessierten Kreise zusammenschließen. Als Leiter der größten deutschen Kunstverwaltung habe ich gern das Protektorat über die Ausstellung übernommen, und soweit es an mir liegt, soll der Ausstellung alle staatliche Förderung zuteilwerden.........“

Während die groß angelegte Werbung für die Ausstellung auf vollen Touren lief, und mit dem Bau der Hallen begonnen wurde, wurden hunderte Brief geschrieben und hunderte Telefonate geführt um die gewünschten Exponate zu erhalten. Es kamen aber kaum Zusagen, nur entmutigende Absagen; „Wir bedauern, weil unsere Vorschriften nicht gestatten...“, „ Wir bedauern, weil wir vor zwanzig Jahren schlechte Erfahrungen gemacht  haben.....“, Wir haben nicht die Absicht, denn wir halten nichts von Ihrem Unternehmen...“

Es kamen aber auch unaufgefordert Briefe mit wertvollem Inhalt, ganz langsam liefen die Zusagen ein und wuchsen bald lawinenhaft an.

Eine Jury zur Auswahl der Exponate wurde gebildet, unter dem Vorsitz von Viktor Baranowsky, einem Berliner Theaterdirektor, arbeiteten ein Kunsthistoriker, ein Museumsdirektor, Theaterwissenschaftler, Bühnenbildner und Theatertechniker mit.

Leitgedanke bei der Auswahl  war eine Ausstellung nicht nur für Fachleute zu gestalten. Man verzichtet bewusst auf manch ein seltenes und kostbares Dokument – der Popularität wegen.

Im Gegensatz zu der Wiener Ausstellung von 1892, sollte die reine Dokumentation ausgeschaltet werden. An seine Stelle trat das Bild oder die plastische Rekonstruktion, um die theatralischen Vorgänge anschaulich darzustellen. Die Ausstellung sollte kein historisches Museum werden.

                  

Am 13.05.1927 öffnete die „Deutsche Theaterausstellung Magdeburg 1927 ihre Pforten, die Stadthalle wurde am 29.05.1927 eröffnet.

Am 01.06.1927 hatte die schwimmende Bühne Premiere.

Aus ganz Deutschland fuhren Sonderzüge nach Magdeburg.

Die Automobilclubs veranstalteten Sternfahrten zur Theaterausstellung.

Leider fand ich keine verlässliche Zahl  über die Besucher der Ausstellung.

 Es fanden über 200 Kongresse und Tagungen statt. Hier nur eine kleine Auswahl :

Tanzkongress,

theaterwissenschaftliche Woche,

Dichterwoche

Bühnentechnische Tagung,

Bühnengenossenschaftstagung,

Intendantentagung,

Tagung der Volksbühnenvereine,

Tagung der Feuerwehringeneure,

Tagung des Verbandes der Volksschulen,

 Chortreffen,

Tagung des Arbeitertheaterbundes.

                  

Ausgestellt wurde in den Hallen:

das Theater des Altertums,

 des Mittelalters,

 der Renaissance,

des Barock

 und seine Entwicklung bis heute.

Es wurde das Volkstheater,

 das Schul- und Handwerkertheater,

die Wanderbühnen

das Theater von Meiningen bis Bayreuth,

das Theater des Weltkrieges und

das Theater um 1900.

Vertreten war auch das Bauerntheater und das Puppenspiel.

In der Industriehalle wurde das gesamte Theater beschrieben von dem Theaterbau, der szenischen Technik, der Beleuchtung, der Effekte, des Orchesterbedarfs, Verwaltungs-Einrichtungen, Buchgewerbe und die Graphik.

Eine Halle zeigte nur den vorbeugenden Brandschutz und die Brandbekämpfung, die Menschenrettung und die Unfallhilfe.

Sonderausstellungen waren: Theater und Film, Theater und Rundfunk, Theater und Lautforschung.

 Im Kino wurde der extra für die Ausstellung gedrehte Film „Wie entsteht eine Oper“ von Friedrich Kranich gezeigt. Der Film dokumentiert die Entstehung der Produktion „Fidelio“ an dem Staatstheater Hannover. Produziert wurde der Film wurde von der Döring Film AG Hannover. Trotz intensiver Suche ist es mir bisher nicht gelungen den Film zu finden.

Kranich nahm die Ausstellung zum Anlass für den Doppelband „Theatertechnik der Gegenwart“. Ein Werk, das heute noch seines Gleichen sucht.

                   

In der Halle II. zeigten die Architekten und Theaterplaner Oskar Kaufmann, Albinmüller, Max Littmann, Hans Poelzig ,Martin Dülfer, Adolf und Georg Linnebach, Henry van de Velde, Max Hasait, Adolf Mahnke und G. Brandt die Modelle ihrer Theaterentwürfe und technischen Entwicklungen.

Als Beispiel sei das Funktionsmodell der Staatsoper Berlin genannt, es hatte Ausmaße von ca. 8x6x6 m. Das Modell stand später in dem Theatermuseum Berlin. Es hat den II. Weltkrieg überlebt, den Wiederaufbau aber nicht.

Ähnliche Größe hatte das techn. Modell der Volksbühne am Bülowplatz, Berlin. heutiger Rosa Luxemburg Platz.

    

In den letzten Wochen der Ausstellung wurde immer wieder der Wunsch ausgesprochen, dass die Auflösung und Zerstreuung des Materials vermieden werden sollte. Man befürwortete die Schaffung eines deutschen theatergeschichtlichen Museums; das Material solle an einer Stelle aufbewahrt, verwaltet, ergänzt und der Forschung sowie dem theaterfreudigen Publikum  zugänglich gemacht werden. Die Gelegenheit, ein großes entwicklungskräftiges und von keinem Ballast beschwertes deutsches Theatermuseum, vielleicht in Verbindung mit einer der schon bestehenden großen und geeigneten Sammlung, zu gründen, ist da. Diese Erwartungen ließen sich leider nicht erfüllen.

 

Die Magdeburger Theaterausstellung veranlasste 1929 die preußischen Staatstheater in Zusammenarbeit mit der Staatsregierung im Berliner Stadtschloss ein eigenständiges Theatermuseum unter der Leitung von Dr. Georg Droescher  zu gründen, welches bis 1945 bestand. Durch die Auslagerung aus dem Schloss und der Teilung Deutschlands wurden die Exponate verstreut und befinden sich jetzt in den verschiedensten Museen und Archiven. Die Theaterwissenschaftlerin Frau Dr. Ruth Freydank hat über ihre Suche nach dem Verbleib der Sammlungen und Exponaten einen Doppelband unter dem Titel „Der Fall Berliner Theatermuseum“ herausgegeben.

 

Nach dem Besuch der Ausstellung schrieb AlexanderTairoff, ein wichtiger Reformer des europäischen Theaters, in das Gästebuch der Ausstellung:

„ Alle Autoren, alle Künstler, alle Ingenieure und Theatertechniker der Welt müssten diese Deutsche Theater-Ausstellung in Magdeburg besuchen, einmal um sich selbst zu belehren und zu lernen, dann aber auch, um einander näher zu kommen.“

Die NY Times schrieb „.... sie, die Theaterausstellung, ließ keine Wünsche offen“.

Die Stadt Magdeburg wurde weltweit mit Anerkennungen und Lob überhäuft.

     

„Das Theater ist, keine Ware, die gewinnbringend gekauft und verkauft werden könnte; wie glücklich, wie schön erscheint mir der Gedanke dieser Ausstellung..... von Herzen danke ich dieser Stadt, keine Stätte von Millionären,......, dass sie Geist und Ersparnisse diesem edelsten kulturellen Zweck geopfert hat.

 

In der Tradition der Theaterausstellung fand in Wien 1955 wieder eine „Europäische Theaterausstellung“ statt. Sie beschränkte sich aber noch stärker als die Wiener Ausstellung von 1892 nur auf die Präsentierung der Schauspiel- und Tanzkunst.

Dies ist keine Wertung, sondern soll nur Anlass sein über eine große Theaterausstellung nach zu denken.

Ich könnte mir vorstellen, dass beginnend im Jahr 2017 mit der Wiedereröffnung der Staatsoper in Berlin eine Wiederholung der Ausstellung unter dem Titel „Von der königlichen Hofoper zur Staatsoper“ stattfindet. Die Ausstellung betrachtet den Wandel, dem die Oper unterworfen war und ist. In keinem Opernhaus der Welt ist die Sozialgeschichte, die politischen Ereignisse ihrer Zeit, die architektonische, die technische Entwicklung, die musikalische Entwicklung  und nicht zuletzt die Entwicklung der Oper von der italienischen zur deutschen Oper deutlicher erkennbar. An diese Ausstellung schließt eine Theaterausstellung auf der Grundlage der Magdeburger Ausstellung von 1927 an. Diese Ausstellung geht  übergangslos in die weltgrößte Theatertechnik Messe, der Stage,Set/Scenery über.

      

Quellen:

Die Vierte Wand Heft 1 bis 22

Die Deutsche Theater-Theaterausstellung Magdeburg 1927

eine Schilderung Ihrer Entstehung und Ihres Verlaufes

Amtlicher Katalog der Deutschen Theater-Ausstellung Magdeburg 1927

Die Stadthalle, Monument der Magdeburger Moderne, Stadtplanungsamt Magdeburg

Die Internationale Ausstellung für Musik- und Theaterwesen in Wien 1892, Julia Danielczyk

Die Deutsche Theaterausstellung Berlin 1910, Heinrich Stümcke

Internationale Ausstellung neuer Theatertechnik in Wien BTR 4/1924 S. 12

Deutsche Theaterausstellung 1927 BTR Sonder-Nr. 1927

Ausstellung Berliner Bühnenbildner 1931 (?) Erscheinungsort unbekannt

Magdeburger Zeitung vom 17.07.91 und 14.08.91